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Gedanken zum Wochenende #1537


25. August 2018 | 1537. Wochenende nach Erfindung des www

Nicht immer ernst gemeint, aber ehrlich.


+++ Der Bio-Deutsche trennt +++

Eines muss man den Deutschen lassen, sie können trennen. Leider hört das beim Müll nicht auf. Vergangenes Wochenende war ich seit langem wieder einmal im Westend., Wiesbadens Multikulti-Viertel #1 mit dem höchsten Anteil von Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund in unserer Stadt. Durch die Bleich- und Wellritzstraße gehend, ist dies auch augenscheinlich. Wir befinden uns tief im inneren Westend.

Den Bismarckring überschreitend (natürlich an der Ampel) gelangen wir ins äußere Westend. In den 70er Jahren war dies eine von italienischen und portugiesischen Gastarbeitern dominierte Gegend.  In meiner Kindheitserinnerung war dies ein eher armes Viertel mit Wohnungen, bei denen sich die Toilette im Treppenhaus befand und man zum Baden in die städtische Badeanstalt in der Roonstraße ging. Das hat sich geändert. Die Häuser sind renoviert, Weinhandlungen, Internet-Agenturen, Psycho-, Physio- und sonstige Therapeuten bestimmen das ehemalige Arbeiterviertel. Eine schleichende Gentrifizierung durch das grüne Juste Milieu hat stattgefunden. Nur wenige Namen auf den Klingelschildern klingen nach Migrationshintergrund. Im Café WestEnd sind die Bio-Deutschen dann endgültig unter sich. Im vollen Biergarten sind lediglich zwei Besucher mit einem etwas dunkleren Teint. Alt 68erInnen – Typ Jutta Dittfurth – mit grauem Haar in farbig gruseligen Batik-Hosenanzügen kennzeichnen das Publikum. Begleitet werden sie von zauselbärtigen Männlein, denen der Arbeitsplatz beamteter Sachbearbeiter im Sozialamt oder Kunst- und Biolehrer unschwer anzusehen ist. Die zugegeben überspitz polemische Beschreibung vermittelt eine treffende Vorstellung für das eigene Kopfkino.

Vegane Ernährung, klimaneutraler Kindergarten, französischer Wein, Kinderyoga und Chakrenschulung für Hunde sind mit einem Migrationsgeldbeutel nur schwer darstellbar. Im Ergebnis bleibt man unter sich und der Bismarckring wird zur gläsernen Mauer innerhalb des Westends. Segregation auf bio-deutsche Art. Eigentlich hat das Westend das nicht verdient.


+++ Der beste Fisch ist noch immer der Schnitzel +++

Heute hatte ich Lust auf Fisch. Nachdem der morgentliche Regen überstanden war und der Himmel aufzuhellen schien, fiel die Wahl auf ein ortsbekanntes Mühlenrestaurant, das wir schon längere Zeit nicht mehr besucht hatten. Die Karte ließ mir die Wahl zwischen Fischstäbchen und Pangasius. Was ist bloß aus der guten alten Forelle geworden? Steht die wie die Wespe unter Naturschutz und darf nicht mehr gegessen werden? Muss ich wirklich einen tropischen Fisch essen, dessen hoher Antibiotikaanteil eigentlich nach einem Servieren mit Beipackzettel schreit? Dann lieber Schnitzel Wiener Art. Das ist zwar nicht halal, aber wenigstens aus der Gegend.


+++ Witz komm heraus, Du bist umstellt +++

Arzt zum Patient: “Ihr Husten hört sich ja schon viel besser an.” Da antwortet der Patient “Kein Wunder, ich übe ja auch Tag und Nacht.”.

“Wie nennt man einen Lappen, der unheimlich sabbert? Ein Spucktuch!”.

Das erste Beispiel stammt von der Google-Assistentin, das zweite von Alexa. Falls Humor ein Zeichen von Intelligenz ist, hat die künstliche noch einen weiten Weg vor sich. Bisher bewegen sich die Witze der digitalen Assistentinnen, sowohl was Auswahl als auch Erzählkönnen betrifft, auf dem Niveau eines Witzeabends im ZDF mit Angela Merkel und Thorsten Schäfer-Gümbel. “Sad – fake joke!” , wie ein bekannter amerikanischer Narr tweeten würde.


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